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HzO von 1883 im Werkstättenbahnhof Dresden-Neustadt. Erkennbar sind die typischen weißen Wagennummernschilder der Personenwagen.
Foto: Album "Zur Erinnerung an das Geschaffene" Mit frdl. Genehmigung von Bernd Hartenberger (24. März 2021)
Dampftriebwagen S1 von 1903 mit weißem, ovalen(!) Nummernschild.
Foto: W. Contius Slg Manfred Meyer (Mit freundl. Genehm. vom 5. Februar 2024)
Akkutriebwagen E1 von 1904 mit den weißen Nummernschildern der Personenwagen.
Foto: AK Dresden Hbf. Mit freundlicher Genehmigung von Christian Dahm (17. März 2021)

Triebwagen

Klassische Personenwagengestaltung

Die Triebwagen zeigen auf allen Fotos einen Personenwagenanstrich. Da sie zur dritten Klasse gehörten waren sie sicherlich alle braun. Details dazu stehen im Abschnitt zu Personenwagen.

Die Thomas-Dampftriebwagen HzO (Baujahr 1883) zeigen auf dem einzigen zwischenzeitlich aufgetauchten Foto, einer Übersichtsaufnahme des Werkstättenbahnhof Dresden-Neustadt, die typischen weißen Wagennummernschilder der 1.-3. Klasse. Sie waren daher höchstwahrscheinlich braun gestrichen, wie die entsprechenden Personenwagen.

Der Serpollet Dampftriebwagen S1 von 1903 zeigt auf dem Betriebsfoto [Preuß S.233][Lokarchiv2 S.179][SR6 S.98] den normalen Wagenanstrich mit röm. Klassenziffern III, Gusskrone und Emailschild in einer ovalen Version.

Vom Akkutriebwagen E1 von 1904 gibt es mindestens drei Fotos. Ein Siemens-Werkfoto [EJAkkutriebwagen S.20f][Troche S.23], eine Betriebsaufnahme in Mügeln [SR8 Seite 57] und eine Betriebsaufnahme Dresden Hbf. [Lokarchiv2 S.182] Auf der besten Reproduktion des Werkfoto [EJAkkutriebwagen S.20f] kann man ebenfalls einen Anstrich für Wagen der dritten Klasse erkennen. Noch 1960 waren am Wagenkasten die Emailnummernschilder vorhanden! [MEB 12/1989 Leserbrief G.Meyer] Die neueren Anschriften mit farbigen Wappen hat er möglicherweise nie erhalten, der typische DRG-Adler war aber mal angebracht. [Meyer3 S.39]

Vom Benzoltriebwagen Dai 1 von 1904 liegt nur ein einzelnes nichtretuschiertes Foto vor.[Kittel S.82] Es zeigt eine Gusskrone und eckige Zierlinien, eine analoge Farbgebung wie beim S1 und E1 liegt nahe. Klassenziffern und Nummernschild sind darauf nicht erkennbar.
Dieselelektrischer Triebwagen DET 1 von 1916 mit farbigen Wappen auf Werkfoto
Foto: Schweizerische Bauzeitung 15.Juli 1916 S.27
Meterspur-Strassenbahn-Beiwagen von 1917 mit farbigem Wappen (Klingenthal-Sachsenberg=Georgenthal)
Klassenziffern sind auch auf anderen Fotos nicht zu erkennen.
Foto: WF Busch Scan vom Papieroriginal Slg Verf
Daimler Omnibus II 9015 der SKV mit Eisenbahnreifen
Foto: Scan vom Papieroriginal Slg Verf
Daimler Omnibus der SKV im Strassenbetrieb (AK Bretnig)
Foto: AK Bretnig Scan vom Papieroriginal Slg Verf
Nacke Omnibus II 9200 der SKV mit Eigentumsanschrift aus Reklame in "Motor" Juni 1914
Foto: Reklame in "Motor" Juni 1914 Scan vom Papieroriginal Slg Verf

Farbige Wappen

Der dieselelektrische Triebwagen DET 1 hatte bei seiner Probefahrt bereits die neueren Anschriften [SR6 S.103] mit farbigen Wappen und arabischen Klassenziffern der dritten Klasse. Gut sichtbar sind die Anschriften auf einer späteren Aufnahme.[Lokarchiv2 S.188]
Der Motorvorbau wirkt auf allen Fotos heller als der (braune) Wagenkasten. Das neue Buch von Dietz und Winkler[VeTw1 S.96, S.94] verweist auf einen Artikel der eine Glanzblechverkleidung beweist:
"Die dieselelektrischen Triebwagen für die Kgl. Sächs. Staatseisenbahnen."
Von Hanno Zeuner, Bauamtmann in Dresden.
(..)
Die Firma Brown, Boveri & Co, Mannheim, hat es nun unternommen, mehrere Triebwagen mit dieselelektrischem Antrieb für die Eisenbahnverwaltungen Sachsens und Preußens zu bauen, von denen die beiden sächsischen schon angeliefert wurden und im folgenden genauer beschrieben werden sollen.
(..)
Vor dem Wagenkastens liegt auf den Hauptträgern des Untergestells die aus Glanzblech mit Walzeisen hergestellte und mit mehreren Türen sowie Klappen versehene Haube für den Dieselmotor, die sich zur vollständigen Freilegung des Motors durch einen Kurbeltrieb ganz nach vorn verschieben läßt. Über der Motorhaube sind an der vorderen Wagenstirnwand, gleichfalls mit Glanzblech verkleidet, die Kühlwasserleitungen und das Auspuffrohr hochgeführt, an das sich ein über das ganze Wagendach hinführendes Rohr anschließt.
(..)" [El_Kraftbetr_Bahn 14. Sept 1915 S.302]
Die Länderbahnfotos der Meterspur-Elektrotriebwagen I MET nebst Beiwagen von der Abnahmefahrt (4. Mai 1917) und der Betriebsaufnahme (15. Mai 1917) [Mißbach S.120ff][SA_VI S.179?] zeigen komplett dunkle Fahrzeuge mit farbigen Wappen. Auf Klassenziffern wurde wohl aufgrund des straßenbahnartigen Betriebes verzichtet. Laut "Kursbuch Sachsen und Mitteldeutschland" vom Sommer 1918 fuhren auf dieser Strecke 94b "Elektrische Triebwagen mit nur III. Klasse".[Kursbuch So 1918 S.108]

Einen abweichenden, helleren Anstrich hatten nur die Strassenomnibusse der "Staatlichen Kraftwagen Verwaltung" von denen einer - Nummer II 9015 - testweise mit Schienenrädern ausgerüstet wurde. [VeTw1 S.100f] Laut Dresdner Nachrichten vom 19.April 1913 (früh) waren diese Omnibusse grau gestrichen:
"Zum ersten sächsischen Auto=Omnibus=Betrieb, der am 1. Mai im Vogtlande eröffnet wird, finden jetzt Probefahrten statt. Die Wagen tragen die Aufschrift "Königl. Sächs. Staatseisenbahnen"; der Anstrich ist grau Sitzplätze sind 14 vorhanden. Das Innere der Wagen ist etwa so ausgestattet wie dasjenige der 2.Klasse=Wagen unserer Staatsbahn. Der Verkehr wird zunächst zwischen Plauen und Eibenstock eröffnet." [Dresdner_Nachrichten 19.April 1913 S.9]